/pre̱·digt/ Auf dem besten aller Feste auf der Gästeliste eingetragen

Predigt an Heiligabend 2018 über 1 Tim 3,16

1: Die Bibelstelle
Ich fang mal mit der Bibel an.
Denn dort steht es geschrieben.
Das Geheimnis von dieser Nacht.
Der Heiligen Nacht, die wir heute feiern.
Das Geheimnis von Krippe und Baum,
vom Fest und den Geschenken.
Im ersten Timotheusbrief, da steht es.
Und es lautet so:

„Wie einzigartig ist das Geheimnis,
auf das sich unser Glaube gründet!
Er, der zu uns kam als Mensch von Fleisch und Blut, 
der als Sohn Gottes beglaubigt wurde durch Gottes Geist 
und der den Engeln erschien in seiner Macht – 
er wurde verkündet unter den Völkern, 
im Glauben angenommen in aller Welt 
und im Himmel mit Herrlichkeit gekrönt.“

So steht es da.
Das Geheimnis der Heiligen Nacht.
Und es zu verstehen, fällt wohl nicht leicht.
Lassen Sie mich versuchen,
es zu erklären.
Was dies Geheimnis ist.
Und fangen wir dabei vorne an:

2: Geboren und alle Pläne durchkreuzt

Er, der zu uns kam als Mensch von Fleisch und Blut.
Maria konnte noch nicht ahnen, dass Weihnachten vor der Tür steht.
Sie war ein normales Mädchen, ja eine junge Frau.
Und Maria hatte Pläne.
Keine Pläne für ein Weihnachten, das es ja noch nicht gab.
Aber Pläne für die Zeit, die später zu Weihnachten wurde.
Sie wollte heiraten. Josef. Ihren Josef. Einen stattlichen Handwerker.
Und sie wollte ihm Kinder schenken. Die Familie versorgen.
Eine gute Frau sein.
Das stand an. Denn sie war im besten Heiratsalter.
Damals war das so um die zwölf Jahre.
Und Josef sah das auch so. Maria würde eine gute Frau sein.

„Und dann kam er zu uns. Beglaubigt durch Gottes Geist.“
So steht es da, ganz lapidar.
Ein Kind im Bauch von keinem anderen Mann, ja von gar keinem Mann.
Alle Pläne waren da durchkreuzt, alles menschliche Planen mit einem Mal dahin.
Weil Gott andere Pläne hatte.
Gott wurde geboren. Als Mensch von Fleisch und Blut.
In diesem Stall.
Ein properes Baby mit wachem Blick.
Holder Knabe in lockigem Haar, fest eingewickelt in Windeln,
schreiend, die Herzen anrührend.

Gott hat Weihnachten zu Weihnachten gemacht.
Hat aus den Menschenplänen von Maria und Josef etwas ganz anderes gedreht.
Er hat aus der Schande, dem Unereignis, dem Undenkbaren,
ein Weltereignis gemacht.
Er hat es gerichtet.
Durch seinen Geist:
Josef hat Maria geheiratet.
Obwohl er nicht der Vater des Kindes war.
Und Gott hat sie aufbrechen lassen nach Nazareth,
Obwohl doch wohl eher eine Hausgeburt geplant war.
Er hat ihnen ein Dach über dem Kopf gegeben,
obwohl sie mit einem Hotel geplant hatten.
Gott tut, obwohl wir planen.
Gott macht Dinge, die wir uns ganz anders gedacht haben.
Aber warum macht er das?
Warum hat Gott an diesem Weihnachten die Dinge so anders gemacht als Josef und Maria es gewollt hätten?
Weil es sein Fest ist.
Er ist der Gastgeber.
Maria und Josef die Gäste.
Denn sein Wille geschieht.
Wie im Himmel so auf Erden.

3: Gott lädt ein

Und so lädt er ein zu seinem Fest.
„und der den Engeln erschien in seiner Macht – 
er wurde verkündet unter den Völkern“.
Er hieß die Engel, einzuladen.
Zum Stall, zur Krippe.
Herbei, o Ihr Gläubigen. Ihr Hirten, Ihr Männer und Frauen.
Den Gastgeber zu schauen, der heute eine Feier gibt.
Die himmlischen Heerscharen posaunten es in alle Welt,
Und aus dem Morgenland, vom Feld, von überall her kamen sie.
Mitzufeiern bei diesem Fest.
Der Mutter aller Weihnachtsfeste.

Ob sie nervös waren?
Vielleicht. Denn wie tritt man ihm entgegen?
„Wie soll ich dich empfangen, du Kind,
du Heiland, Immanuel, Friedefürst?“
Das mögen sie gefragt haben.

Und er hat bloß gelächelt.
Gottes Sohn, oh wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund.
Und so gewann er die Menschen für sich.
Und gewinnt sie.
Damals und heute.

4: Auch uns

Denn wir sind auch gemeint.
„Er wurde verkündet unter den Völkern, 
im Glauben angenommen in aller Welt“ 
In aller Welt, das sind nicht nur die Enden der Erde.
Das ist alle Welt für alle Zeit.
Denn auch uns begegnen Engel. Immer wieder. Sie zeigen uns sein Licht in unserem Leben, das uns scheint.
Denn er hat sein helles Licht in der Nacht
Schon angezündet.
Die Engel zeigen uns seinen wachen Blick über uns.
Wenn alles schläft und einer wacht.
Dann ist er es.
Im Glauben angenommen in aller Welt begegnet er jedem in seiner Gastgeberrolle.
Und weil sein Ruf für alle Welt, für alle Völker, für jeden Winkel gilt,
wird er heute überall geboren. In Raderthal, in Nippes, sogar in Düsseldorf. Und sicher auch in Mülheim.
In stiller Nacht.
Heute.
Bei Ihnen.
Wenn Sie feiern.

5: Weil er es kann.

Denn er ist König.
Im Himmel mit Herrlichkeit gekrönt,
Das sagt unser Text,
So thront er, unser kleiner König Dezember
Thront unter uns in einer Krippe.
Und ist Gastgeber unseres Lebens.
Und wir die Gäste.
Gäste hier auf Erden.
Und als königlicher Gastgeber, lässt er sein Fest gelingen.
Nicht wie bei Menschen,
die sich, wenn sie eine Party geben,
nicht um alle kümmern können.
Und hinterher denken, 
mit wem sie alles nicht gesprochen haben.
Nicht so.
Sondern wie ein König,
groß und mächtig,
allmächtig, allzeitig,
allen ein Gastgeber, wo auch immer Sie wohnen.
Was für eine Entspannung für unser Fest.
Weil wir eben doch immer wieder selber planen wollen.
Weil wir soviel daran setzen,
dass unser Heiliger Abend gelingt.
Weil alles perfekt sein muss.
Was für ein Druck.

Obwohl wir doch wissen sollten, dass er an Weihnachten schon immer die Pläne durchkreuzt hat. Damals. Und immer wieder.
Obwohl wir doch wissen sollten, dass er uns nicht alleine lässt.
Dass seine Party nur gelingen kann.
Selbst wenn der Braten anbrennt
Und die Geschenke nicht recht zünden.
Wir dürfen sehr entspannt
auf einen ruhigen Abend
mit ihm in unserer Mitte hoffen.
Denn er ist die Fülle des Lebens,
die uns überwältigt, wenn wir an seiner Krippe knien und uns in unserem Alltag immer wieder von ihm anlächeln lassen.

Das ist Weihnachten. Sein Geburtstag, sein Fest und wir als Gäste.
Und so feiern wir. Heute. Mit ihm, mit Braten, mit Wein.
Beschenken uns, weil er uns beschenkt hat.
Und Sie dürfen sich entspannen
Und sich freuen.
Wenn Sie heute singen „o du fröhliche“.
Denn er ist im Himmel gekrönt
Zum Chef des Hauses,
zum Gastgeber unser aller.
Und wird sich kümmern.
Um unser Fest heute.
Um unser Leben morgen.
Um uns in Ewigkeit.
So singet und seid froh.

Amen.

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