Ein Ort, um Träumende zu treffen

Dieser Blog versteht sich als ein Medium, um Gedanken und Träume auszutauschen, um sich gegenseitig anzustecken mit Ideen, die selber vielleicht unfertig oder auch nur angedacht sind.

Wäre es nicht schön, Menschen einen Abend lang treffen zu können, um dies ganz intensiv und konzentriert zu machen? Ein Abend von hundert Träumenden, die schon angefangen haben, diese Träume umzusetzen, mit und an ihnen zu bauen, die Ideen haben, die anstecken und Lust haben, sich von Ideen anderer anstecken zu lassen?

Ich finde, das klingt gut.

Daher laden wir ein zum missionale.atelier.

Hundert Menschen kommen für fünf Stunden in Köln zusammen, um sich zu inspirieren. Sie bekommen dazu einen Input von Frank Berzbach, einem großartigen Denker, der mit uns über Frust und Kreativität ins Gespräch kommt.

Und wer sich ganz konkret in seinem Traumbau beraten lassen möchte, der bekommt Hilfe von Bob und Mary Hopkins, zwei erfahrenen Menschen aus England, deren Beruf es ist, Kirchenträumer zu stärken.

missionale.atelier

23.2.2018 | 18-23 Uhr | Solution Space am Kölner Dom | Unkostenbeitrag: 15 Euro
Anmeldung unter info@missionale.de

Mehr Infos findet Ihr hier:

Zum Atelier:
http://missionale.ekir.de/atelier/
Zu Frank Berzbach:
https://www.frankberzbach.com
Zu Bob & Mary Hopkins: http://community.sharetheguide.org/about/team/bobandmaryhopkins

 

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Kaffee im Gottesdienst. Tut das weh?

Wenn die Leute ins Kino gehen, dann gibt es nach dem Kassenhäuschen immer diese verheißungsvollen Stationen. Da werden Popcorn, Eiskonfekt und Nachos angeboten. Die kauft man sich und nimmt sie mit hinein in den Film. Denn Film und Knabbern, das gehört für viele zusammen. In manchen besonders edlen Kinos gibt es sogar Bedienung am Platz. Weil es das Vergnügen steigert, mehr Sinne zu befeuern.

Wenn ich Familien vor dem Gottesdienst einen Kaffee anbiete, dann freuen sie sich. Schamvoll stellen sie die Tasse aber schnell weg, wenn es ans Reingehen geht. Warum? Weil sie im Gottesdienst Gott begegnen wollen. Weil es ein heiliger Moment ist? Vielleicht deswegen. Dann denke ich aber daran, was passiert, wenn ich Besuch bekomme. Wäre es nicht unhöflich, Ihnen nichts zu Trinken anzubieten? Wäre es nicht unter Umständen auch ungemütlich, keine Teetasse, kein Weinglas oder wasauchimmer in der Hand zu haben, während man über sein Leben spricht? Bricht es nicht das Eis, Menschen im Seelsorgegespräch ein Glas Wasser anzubieten?

Würden sich die Menschen nicht ganz anders auf den Gottesdienst einlassen, wenn sie währenddessen auch mit anderen Sinnen genießen könnten? Darf ein Gottesdienst nicht genussvoll sein?

Ich denke: er darf.

Und dann träume ich weiter, denke an meine Jugend, wo nach der Werbung im Kino ein Mann mit Bauchladen reinkam und Eis und Süßigkeiten verkaufte. Zehn Minuten vor Gottesdienstbeginn nochmal nachschenken? Das wäre doch was, oder? Es wäre das Rahmenprogramm, das Lust auf das Hauptprogramm macht. Vielleicht kann ich ja von Air Berlin ein paar von diesen Getränkewagen aus der Konkursmasse ziehen… hach.

Aber bis dahin kann man auch einfach am Eingang der Kirche einen Tisch mit Kaffee hinstellen. Und mit einem freundlichen Schild: „Nehmen Sie den Kaffee gerne mit rein. Sie dürfen sich wohlfühlen.“

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Bereit für die Vorstellung?

Tut niemandem weh! Oder: Wer bestimmt die Agenda?

In einer jüngst erschienenen Studie der Bertelsmann-Stiftung kam heraus, dass sich die deutsche Gesellschaft aufteilt in Modernisierungsbefürworter und Modernisierungsskeptiker. Die Studie hatte einen konkreten Anlass, es ging um das Wählerverhalten bei der Bundestagswahl. In allen Parteien überwogen die Modernisierungsbefürworter, außer in der AFD, in der die Skeptiker eine große Merhheit haben. Das bedeutet zweierlei, nämlich einerseits, dass es, neutral gesagt, wohl schwierig ist, mit dieser Wählerschaft eine zukunftsorientierte und modernisierungsoffene Politik zu gestalten, andererseits aber auch, dass es sich bei vielen Wählern eher um Menschen mit einer ablehnenden Grundhaltung und nicht so sehr um Menschen mit einer politischen Vision handelt.

Ich möchte gar nicht weiter auf das Feld der Politik eingehen, weil ich weder die AFD großreden noch sie kurz abhandeln möchte. In diesem Artikel soll es gar nicht weiter um die AFD gehen. Mich hat vor allem die Frage nach der Modernisierungsoffenheit in den letzten Tagen begleitet. Um das sehr klar zu sagen: es geht mir nicht um Parallelen zwischen der AFD und der Kirche. Mir geht es schlicht um die Frage, wie es sich eigentlich zwischen Modernisierungskritikern und -befürworten in der Kirche verhält, konkret innerhalb der Gemeinde.

In der Parochialgemeinde, in der ich momentan arbeite und wohl auch in der davor, gab es einen deutlichen Überhang älterer Personen. Zumindest waren es die Älteren, die sich aktiv in dieser Gemeinde engagiert haben. Jüngere Gemeindeglieder gibt es auch, die allermeisten von ihnen tauchen allerdings nicht auf.

Möchte ich in der Gemeinde Neuerungen einführen, merke ich recht schnell, dass der Teil der Modernisierungsskeptiker in der aktiven Gemeinde wenn schon nicht größer so doch zumindest lauter ist als der der Befürworter – auch wenn ich die Veränderungen planvoll nach den Kunstregeln des Changemanagements durchführe.

Und wenn es schon nicht zu Protesten kommt, so merke ich, dass es schwierig ist, die Menschen zu mobilisieren. Veränderungen sind anstrengend, und gerade ältere Menschen – so wird es mir dann gesagt – tun sich damit schwer. Auch wenn ich weiß, dass Veränderungsbereitschaft nicht unbedingt etwas mit dem Alter zu tun hat, nehme ich es in der Gemeinde als häufig genutztes Argument wahr.

Die Gemeinde wird dadurch behäbig, was Veränderungen angeht. Und auch wenn der Gedanke sicher richtig ist, dass man möglichst viele Menschen mitnehmen möchte, kommt es mir doch schräg vor, dass es in vielen der Gemeinden, die ich kenne, eine lähmende, bremsende Dynamik gibt. Es ist eine grundlegende Skepsis Neuem gegenüber, ein Anhängen an Altem, von dem vieles aber gar nicht mehr funktioniert.

Nun könnte man sagen: lass sie machen. In fünfzehn Jahren sind viele dieser Menschen nicht mehr fit genug, um noch in die Gemeinde zu kommen.

Ich glaube aber, dass wir diese Zeit nicht haben.

Und ich denke wieder an die Verhältnisse. Wie verhalten sich eigentlich die Anzahl der Modernisierungsbefürworter und die der –skeptiker  auf die Gesamtzahl der Gemeindeglieder gesehen? Oder noch weiter gefragt: drückt sich im vehementen Fernbleiben der allermeisten Kirchenglieder (ich weiß, es gibt Ausnahmen) nicht auch eine Sehnsucht nach Modernisierung, nach Öffnung, nach Veränderung aus? Sicher, viele haben diese Sehnsucht, diesen Anspruch an die Kirche schon aufgegeben oder verloren. Aber noch sind sie zahlende Mitglieder, haben also ein Anrecht auf Überraschungen.

In schweden bin ich vor einigen Wochen über einen Kollektenautomaten gestolpert. Man konnte dort die Kollekte bequem mit Kreditkarte bezahlen. Ein logischer Schritt in einem Land, das immer weniger Bargeld benutzt und auf digitalen Geldverkehr setzt. Ich frage mich, wie ein solch logischer Schritt in der aktiven Gemeinde und in der „passiven“ Gemeinde bei mir in Köln aufgenommen worden wäre. Meine Vermutung: sehr unterschiedlich. Die einen hätten sich gewundert, was denn aus dem bewährten guten alten Klingelbeutel geworden ist. Die anderen hätten sich gefreut über eine zeitgemäße Öffnung und das Aussparen des peinlichen Momentes, wenn ein fremder Mensch mit rotem Samtsack vor einem steht und wartet, dass ich schnell Kleingeld herauskrame, wobei mir klimpernd Münzen auf den Boden fallen und alle mich anstarren. Es ist nur ein Gedankenspiel. Aber es beinhaltet die ernste Frage: gibt es nicht eine passive Mehrheit der Veränderungsbefürworter in der Kirche und wäre es nicht logisch, sich mehr auf diese Menschen einzustellen?

Natürlich birgt dies Risiken. Kritiker mögen sagen, dass womöglich dann auch die treuen Kirchgänger wegblieben, dass sie bestraft würden für ihre Treue. Hier übertreibe ich nicht, das habe ich schon genau so gehört. Aber: wenn wir dieses Risiko nicht eingehen, dann können wir in zehn Jahren abschließen und den Schlüssel wegschmeißen. Braucht eh keiner mehr. Und auch wenn das der Mehrheit der Pfarrpersonen in zehn Jahren egal sein kann (sieht man sich die Alterspyramide an), ich habe da keine Lust drauf.

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Der schwedische Kollektenautomat. Gibt es übrigens auch inzwischen (selten) in Deutschland.

Ernte bedankt.

Kürbis und Lauch, die Schubkarre mit Sackleinen. Stroh. All das verbinde ich mit dem Erntedank meiner Kindheit, und tatsächlich tauchen diese Dekostücke auch heute noch in vielen Gemeinden auf. Inhaltlich sind viele Gemeinden aber inzwischen bei der Sicht angekommen, dass die Brücke zwischen Kirchenglied und Essensproduzent zumindest erklärungsbedürftig ist, was gut ist. An anderen Stellen wird auf die Metaebene gegangen, und der Dank von der wörtlichen Ernte als Bild auf das Leben und das, was gegeben wird, verschoben. Auch sehr brauchbar.

Einen spannenden dritten Weg geht der Wuppertaler Pfarrer Holger Pyka. Und den finde ich so gut, dass ich ihn hier gerne (und ohne ihn gefragt zu haben) verlinke. Ich hoffe, das ist okay.

Lest selbst, was dort an Erntedank passiert. Äußerst wunderbar, finde ich:

Holger Pyka, Erntedankmalanders

 

 

Kinder. In der Kirche. Und das gerne.

Im Sommer war ich in Schweden. Und wenn ich bislang dachte, dass wir in Deutschland in weiten Teilen eine kinderoffene Kirche haben, dann wurde ich dort eines Besseren belehrt. Die großen Kirche boten allesamt ein unglaubliches Kinderprogramm.

In der Kirche in Karlskrona gab es eine eigene Führung für Kinder. Am Eingang lagen Broschüren, mit denen man auf Mäusejagd gehen konnte. An allen relevanten Orten der Kirche versteckten sich kleine Stoffmäuse, sie lugten frech aus der Orgel, hinter der Kanzel hervor, steckten hinterm Parament und am Taufbecken. In der Broschüre wurden die Orte erklärt. Für die Kinder und für die Eltern. Unglaublich gut, knapp, treffend. Und es war alles wunderbar aufgemacht.

In anderen Kirchen fanden sich meine Kinder wie selbstverständlich zurecht. In einer gab es sogar eine kleine Spielkirche, die mit der örtlichen Handwerkskammer gebaut worden war. Man konnte reingehen, auf eine kleine Kanzel klettern, es gab Abendmahlskelche und sogar ein Taufbecken. Sah toll aus!

Und in fast allen Kirchen gab es Kinderecken. Dabei meine ich nicht, kleine Ecken, damit man auch was für Kinder anbieten kann, sondern schön eingerichtete Bereiche in der Kirche, in denen sich die Kinder ganz intuitiv wohlgefühlt haben. Eine Kirche hatte eine komplette Seitenkapelle für die Kinder umgebaut.

Natürlich kann man argumentieren, dass Schweden insgesamt ein sehr kinderfreundliches Land ist – stimmt auch. Aber könnte die Kirche bei uns hier nicht Signale setzen? Kann es nicht auch bei uns eine größere Selbstverständlichkeit dafür geben, dass Kinder kein Beiwerk sind? Ich meine das nicht auf die Eltern bezogen, sondern schlicht auf die Frage, welchen Platz Kinder ganz konkret im Gebäude haben, in der Kirche, in den Vollzügen.

Zwei Bänke raus, stattdessen ein schön eingerichteter Kinderbereich. Gerne mitten in der Kirche. Das wäre ein Signal. Wäre es nicht eine irre Vorstellung, wenn die Kinder gerne in die Kirche gingen, auch unter der Woche, weil sie sich dort wohl und willkommen fühlten? Mit welchem Verständnis von Kirche würden sie dann aufwachsen?

 

 

 

Visionswirker.

Die guten Dinge entstehen immer dann, wenn ich Spaß bei der Sache hab. Ein Artikel, der aus freien Stücken entsteht, liest sich anders als ein Artikel, der unbedingt heute abgegeben werden muss, von dem ich aber noch keine Ahnung habe. Sicher, Druck hat auch seinen Reiz und seine Wirkung, aber Freiheit am Werk macht das Werk freier.

So ähnlich blicke ich auf die Arbeit in der Gemeinde. Es gibt Dinge, die machen keine Freude. Aber es sollte welche geben, die es tun. Dinge, die ich einfach aus Lust mache. Hierin nämlich liegt die Keimzelle für eine gute Gemeindearbeit. In Köln gab es letzte Woche die Nacht der Kirchen im Rechtsrheinischen. Eine Kollegin hat mir mit strahlenden Augen davon erzählt, wie es war: dass die Kirche voll war, dass es ein toller Abend war – trotz all der Arbeit, die das gekostet hat. Sie hat sich mit einem Team hingesetzt, und die haben angefangen, zu spinnen. Sie waren kreativ ohne Grenzen und haben etwas Großartiges auf die Beine gestellt.

Solche Arbeit macht Spaß.

Dann sehe ich dagegen die Nöte der täglichen Gemeindearbeit. Ich sehe, wie schwierig es für viele Gemeinden ist, Presbyteriumsplätze zu füllen. Wie dann auch manchmal Kompromisse eingegangen werden müssen, wie sich Menschen doch nochmal melden, obwohl sie eigentlich keine Lust und keine Energie mehr haben – zum Glück wurde die Altersschranke für Presbyterien angehoben. Ich weiß, dass ein umhomogenes Presbyterium auch seine Vorzüge hat, aber oft erlebe ich diese Settings doch weit weg von einer Gruppe, die sich aus Freude an der Sache zusammensetzt. Nichts gegen die, die sich melden, im Gegenteil, ein großes Danke an alle Ehrenamtlichen – aber irgendwas hängt da trotzdem schief.

Ich sehe ausgebrannte Gesichter, Menschen, die keine Kraft haben, sich aus Lust irgendwo ranzusetzen. Auch hier gibt es Ausnahmen – aber ich sehe die vielen Gemeinden, wo es eben genau so läuft.

Vielleicht wäre es ja sinnvoll, einfach mal mehr auf die Lust zu hören? Vielleicht gelingt es ja, Menschen zu gewinnen, wenn man sagt: Wir machen nur das Allernötigste, vor allem aber machen wir, woran Ihr Spaß habt. Welche Gemeinde wollt Ihr denn? Was können wir tun, um unsere Gemeinde mehr zu Eurer zu machen?

Das wäre eine Wertediskussion, die am Anfang steht. Ziele, Träume, Hoffnungen – ja vielleicht sogar Visionen. Welches Presbyterium, welches Gremium, ja welche Dienstrunde setzt sich denn ernsthaft aufgrund einer Vision zusammen? Viel zu wenige – und alle, die jetzt denken „Doch, wir!“, die seien hier digital umarmt.

Aber die anderen?

Macht Platz für Visionen und lasst Dinge sterben, die dem nicht entsprechen. Das ist ein Akt der Gnade und ein Akt des Überlebens.

Einwand: wo kämen wir denn da hin? Dann machen wir am Ende ja nur noch, was die Leute wollen, nicht mehr die Kernaufgaben. Was aber, wenn die Kernaufgaben nicht mehr der Kern sind?

 

 

 

Funkelnde Kirchenträumer

 

Es ist nur ein kurzer Einblick, den ich bekommen habe, aber er hat mich weit getragen, gerade angesichts meiner sonstigen Eindrücke vom Kirchentag.

Zunächst war es nur ein kleiner Ablenker auf dem Weg: luthopia.de hatte wer vor der Messe auf den Gehsteig gesprüht – ich hab mich direkt verbunden gefühlt, weil wir, als wir mit den beymeistern anfingen, auch viel mit Sprühkreide gearbeitet haben, und das hier sah einfach gut aus. Gleich und gleich gesellt sich gern, also habe ich mich aufgemacht Richtung Beusselstraße. Ein normaler Wilhelminischer Kirchenbau quetscht sich hier in eine Straßenecke, ein Gebäude, wie es sie in Berlin immer wieder gibt, und es fühlt sich vertraut an, weil meine Berliner Heimatkirche nicht unähnlich aussah.

Ich trete ein und finde: Weite. Der Kirchraum ist leer, einzig eine Kunstinstallation füllt den Raum, leichter Stoff, durchscheinend, schwebend. Der Kirchraum wird zum Traumraum, zu einer diffusen Unwelt: Menschen laufen wie Lichtwesen umher – ein kleiner Gottesmoment in diesem sonst so beeindruckend leeren Raum. Auf dem Hof hinter der Kirche gibt es verschiedene Stationen – Stationen zu Luther, allerdings nicht erklärend auf seine Person ausgerichtet, diese Stationen gehen von den Menschen aus: Auf Spurensuche bei sich selbst soll man sich begeben, der Sehnsucht nach Veränderung nachgehen, soll sich eine eigene Luther-Utopie bauen, der Mätopie von Kirche, wie sie aus Ängsten erwächst, etwas entgegensetzen. Das alles ist nicht perfekt, es ist handgemacht, liebevoll – und es funkelt. Denn alles ist silbern verpackt, selbst die Menschen haben sich versilbert, ihre Kleidung aufgewertet mit Silberelementen, ihre Nägel lackiert, silbernen Lippenstift aufgelegt. Funkelnde Kirchenträumer. Wie großartig!

Ich bin elektrisiert von dieser Dynamik, muss es direkt mit allen teilen, und als ich mich dann vollgesogen habe mit dem Rausch, widme ich mich dem Ort, an dem ich hier bin.

Ich komme mit Annika, mit Steve, mit einigen anderen ins Gespräch, und sie erzählen mir die Geschichte von Refo, dem Projekt, das ich hier bestaunen darf – und ich fühle mich wieder wie zu Zeiten meiner Fresh-X-Suche in England. An diesem Ort spüre ich den Aufbruch.

Vor einigen Jahren stand diese Kirche, in der ich mich befinde, nämlich noch leer. Die Gemeinde vor Ort nutzte ein anderes Gebäude in der Nähe, dieses hier lag brach. Da hatten einige kreative Geister die Idee, hier eine Kommunität ins Leben zu rufen, einen Ort, an dem man gemeinsam leben und geistig Nahrung finden könnte. Das Ganze in angenehmer theologischer Weite (an der Wand fällt mein Blick auf ein Plakat, das für die Ehe für alle wirbt). Nicht von einem Hauptamtlichen sollte das Projekt geleitet werden, sondern von Ehrenamtlichen, die abseits ihrer Berufe hier arbeiten – einige von ihnen haben Theologie studiert, und alle haben Lust, Kirche neu zu gestalten. Das Erstaunliche ist, dass die Evangelische Kirche in der Region, die EKBO, sich darauf eingelassen hat. Sie haben der Gruppe das Gebäude für 99 Jahre zur Erbpacht übergeben, haben sie machen lassen, Freiräume gewährt. Und die Gruppe hat angefangen zu bauen. Nicht zu werkeln, sondern wirklich zu bauen, für viereinhalb Millionen Euro (aus Krediten und Hilfe von der Stadt) entstehen im alten Gemeindehaus 24 Wohneinheiten, in denen die Gemeinschaft zur Miete wohnen wird – manche ganz verbindlich, manche für zwei Jahre auf Zeit. Daneben wird eine Kita gebaut, denn was hier geschehen soll, soll den Stadtteil mit einbeziehen. Es ist eine neue Form der Parochie, die sich hier baut. Sehr bedarfsorientiert klingt das, so wie die Herangehensweise an Martin Luther: vom Menschen aus gedacht. Der alte Gemeindesaal ist schick gemacht worden, mit goldener Decke und dem original Mobiliar der Sechziger, das auf einmal retro wirkt. So wird er für Konferenzen und andere Anlässe vermietet. All das bringt Geld. So kann die Gemeinschaft leben, bauen, Glauben teilen.

Ich bin beeindruckt, weil ich völlig unvorbereitet auf dieses wunderbar visionäre Projekt gestoßen bin. Ich beschließe, abends zu einer kombinierten Wort- und Tanzperformance mit anschließender Party wiederzukommen. Der Vorhand ist anders arrangiert, mitten in der Kirche stehen zwei Turntables, Menschen mit Glitter auf Tabletts gehen umher und verleihen den Menschen Glanz. Nach der Performance wird getanzt, in der Kirche, im Hof, überall. Was für eine Party – für alle möglichen Menschen: eine Frau auf Krücken tanzt, ein dunkelhäutiges Kind wedelt wie wild mit seinen Dreadlocks, zwei Elektro-Rollstuhlfahrer nippen fröhlich an einem Glas Rotwein und ein älterer Mann sitzt zufrieden auf einem Sofa und besieht sich die Szene. Im Garten wird Martin Luther an die Wand projiziert – und das ist eine Ansage, denn hier ist Kirche für die Menschen relevant. Erschöpft sich das Projekt denn nun in der Gemeinschaft, die Party macht? Sicher nicht, denn die Fotos auf Stellwänden zeigen, wie hier sonst das geistliche Leben aussieht. Abwechslungsreich. Bunt. Relevant.

Das macht Lust. Und so sitze ich heute im Zug, letzter Glitter fällt aus meinen Haaren, der sich hartnäckig gegen das wiederholte Duschen durchgesetzt hat. Und mein Daumennagel glänzt silbern. Ein wenig Utopie habe ich in den Alltag retten können – hoffentlich glänzt es noch eine Weile.

 

Augen, die nicht weinen können. Mein persönlicher Rückblick auf den Kirchentag. 

Ich sitze in irgendeinem hippen Lokal in Berlin, trinke Radler in der Sonne – und möchte heulen. Ich möchte heulen, weil mich der Kirchentag nicht erbaut hat. Ich möchte heulen, weil ich nicht der einzige bin, dem es so geht. Ich möchte heulen, weil ich in Momenten wie diesen den Glauben an die Zukunft der Kirche verliere, der Kirche, die Kirchentage feiert und für die ich arbeite. Ich möchte heulen, weil so viele den Glauben daran schon verloren haben.
Was ich in den vergangenen Tagen erlebt habe, war Binnenkirche. Es waren viele Menschen unterwegs, die sich flotte Ideen für ihre Kirche angesehen haben – dabei aber in ihrer Welt dermaßen gefangen sind, dass sie nicht wahrnehmen, dass die Menschen von außen das Allermeiste davon nicht interessiert.
Nun mag man einwenden: es ist doch gut, dass sich etwas bewegt. Es ist doch gut, dass die Menschen Ideen sammeln, in ihrem Glauben bestärkt werden, sich zusammentun. Man mag einwenden: Es ist wichtig, dass theologisch tiefer gegraben wird, dass Gott auf neuen Wegen gesucht wird. Viele dieser Wege sind aber nicht meine Wege. Und das an sich wäre ja noch kein Problem, weil ich mich nicht als Maß aller Dinge sehe. Aber die allermeisten Menschen, die ich kenne, können mit dieser Kirche nichts anfangen. Es sind die Menschen da draußen, es sind die Menschen in meinem Alter, es sind meine Verwandten, es sind meine früheren Mitschüler, es ist meine Frisörin, mein Postbote, meine Kassiererin. Es ist die Mehrheit.
Was ich gesehen habe, ist durchaus gut. Es ist gut für die Menschen, die noch kirchlich sind. Es ist gut für die Menschen, die kirchlich sozialisiert wurden. Ich zweifle nicht an, dass der Kirchentag für viele Menschen gut ist, und sicher möchte ich nicht diese Form von Kirche abschaffen.
Aber.
Blicke ich mich hier um, wo ich gerade sitze, unter Linden zwischen Menschen mit Laptops und Asiasuppen, eisgekühlten Kaffees und Tattoos, dann sehe ich kaum jemanden, für den diese Kirche irgendeine Relevanz hat.

Sehe ich mich um bei den Menschen, die mir heute morgen am S-Bahnsteig begegnet sind, heute morgen, als so viele Kirchentagsleute nicht mehr in der Stadt waren, dann sehe ich so viele, für die Kirche, wie ich sie hier gesehen habe, kaum etwas zu bieten hat.

Diese Art von Kirche nimmt so viel Raum ein. Hunderttausend Menschen zelebrieren sie und sehen dabei gar nicht, wie viele andere sie damit ausschließen. Es ist ein Missverhältnis, dass diese Binnenkirchlichkeit uns so unverhältnismäßig viel beschäftigt. Unsere theologisch korrekten Antworten, unsere politisch korrekten Aussagen – all das ist richtig. Aber all das erstickt uns. Betäubt von dem Glauben, dass die, die nicht kommen, ein Problem haben, dass doch alles so gut und makellos ist, was wir machen, fehlt uns der Zugang zu denen da draußen. Wir rudern und rudern, wollen uns nicht angreifbar machen, gelähmt von der Angst, politisch inkorrekt oder oberflächlich zu werden. Und ertrinken in einem Strom binnenkirchlicher Leitkultur.
Dabei gibt es dazwischen die kleinen Inseln. Es gibt sie, die kirchlichen Unorte, an denen Dinge anders gemacht werden. Aber die Vision davon muss uns von außen gebracht werden. Zum Beispiel von Nadia Bolz-Weber aus der lutherischen Kirche in den USA, die es wagt, uns infrage zu stellen (und dafür ausgebuht wurde), zum Beispiel von der Refo, einem Kirchenprojekt in Moabit, ohne Pfarrer aber mir eigener Kirche – ein Verein in der Landeskirche gegründet von zwei Dutzend Leuten unter vierzig. Ich selber darf auf einer dieser Inseln arbeiten, die im wesentlichen von Menschen von außen gestaltet wird – was ein großes Geschenk ist, für das ich immer wieder dankbar bin. Aber reicht sowas?
Faultiere sterben aus, weil sie zunehmend weiter voneinander weg wohnen, sie kommen nicht von einem Baum auf den nächsten, und so sterben sie einsam. Die kleinen Inseln sind vernetzt, aber jede für sich arbeitet wacker und kämpft gegen den Strom, was über ihre Kräfte geht. Und so sind die kleinen Inselbewohner frustriert – vielleicht ja auch gerade, weil sie sehen, dass etwas möglich ist, dass ihre Arbeit erfolgreich ist, dass dieses Etwas aber von einer Übermacht an Gewohntem überschwemmt wird, ständig infrage gestellt in dogmatischer, rechtlicher, finanzieller Anfechtung.
So wandelt sich paradoxerweise Hoffnung in Depression, Energie in Machtlosigkeit – und das, obwohl sich doch so viele abmühen. Viele finden gut, was da passiert, aber alle sind wie von einer geheimnisvollen Macht gebremst, von höherer Gewalt, vom einem unsäglichen Phlegma, von einer Zufriedenheit mit einer Illusion vom Aufbruch, die weite Teile der Gesellschaft hinter sich lässt.
Und so spreche ich mit verschiedenen Inselbewohnern, die sich einsam fühlen wie Maria (Hier ihre Gedanken dazu) oder anderen, die frustriert von diesem eigentlich doch so erbaulichen Fest nach Hause fahren, zurück auf ihre Inseln, die zu ertrinken drohen im steigenden Meeresspielgel der Bedenken und Ängste, die zu wenig Leute sehen, die mit ihnen gegen die Fluten kämpfen, gar nicht wissen, an welcher Stelle sie nicht verzweifeln sollen: Es gibt zu wenige neue Ideen, weil das kirchliche Personal zu homogen ist. Es gibt viel zu wenige nichtkirchlich sozialisierte Menschen in der Kirche, die wissen, wie die Welt außerhalb der Kirchenblase aussieht. Die, die da sind, bekommen keine Mittel zur Verfügung, und noch schlimmer: die meisten bekommen keinen Freiraum.
Stattdessen begegnet ihnen eine Kirche, die so oft visionslos erscheint, die sich noch einmal im Lichte Luthers sonnt, der den meisten Menschen in meinem Alter übrigens herzlich egal ist. Eine Kirche, die fragt, wie sie Kirchen füllen soll und die Gottesdienste, wie sie Gebäude halten und renovieren kann, wie sie mit richtig innovativen Diskussionspodien zur Reformation die breiten Massen erreicht. Statt Material zum Inselbau bekommen wir dann Kirchentagsschals, Luther-Backmischungen, ein paar Feuilleton-Artikel und ganz viele peppige Aufkleber.
Wollen wir die Kirche der kleinen emsigen Schlümpfe sein, von der die Taz schreibt, eine Kirche, die mit fröhlichen Kulleraugen in die Welt blickt, die nicht weinen können? Soll es das gewesen sein? Erschöpft sich alles, was wir tun, in der politischen Debatte? Dann werden auch die vielen Jugendlichen, auf die alle hier so stolz sind, nicht mehr lange bei uns bleiben. Oder wollen wir, wie Nadia Bolz-Weber vorschlug, nicht lieber das Evangelium zu den Menschen tragen, Hoffnung spenden, Sündenvergebung, Wege aus der Angst? Wollen wir weiter zusehen, wie in in jeder Presbyteriumssitzung die Namen derer auftauchen, die beim ersten eigenen Gehalt aus der Kirche austreten, wenn sie überhaupt noch getauft sind, all jener junger Hoffnungsträger, über die wir uns bei Konfirmation und Kirchentag so gefreut haben?
All das ist übermächtig. Es ist schmerzhaft, es macht mich ratlos. Ich weiß nicht, wie lange die Inselbewohner das durchhalten werden – und dies ist mehr als eine Aussage über mich selbst, es ist die Bestandsaufnahme des kirchlichen Aufbruchs, wie ich ihn erlebe. Wie lange werden sich die Inselbewohner von kleinen Momenten der Hoffnung in ihrer täglichen Arbeit getragen fühlen, bevor sie untergehen.
Ich selber weiß keinen Ausweg aus diesem Problem. Ich mache weiter meine Arbeit, bemühe mich, sie gut zu machen. Wie die anderen Inselbewohner. Dabei sehen wir den Meeresspiegel steigen.
Und wo ist Gott in diesem Artikel? Ich weiß auch das nicht. Irgendwo auf dem Kirchentag war er. Sicher. Immer mal wieder blitzte er auf, zeigte seine Schönheit und seinen tröstenden Arm. Wenn Fulbert Steffensky von Gottes Umarmung sprach. Wenn im Abendgebet alle „Der Mond ist aufgegangen“ sangen. Bei Straßenexerzitien, beim Gespräch mit Freunden, in Segnungsgottesdiensten, an so vielen Orten. Irgendwie war er dabei. Aber nicht auf den lustigen Bannern – seine Augen können nämlich weinen.

Kein Mensch kommt mehr rein. Aber gut gesichert. Stelle ich mir so die Kirche vor? Nein. Aber sie stellt sich denen da draußen so vor.

Aus gegebenem Anlass – Reaktion auf die Entwicklung in den USA

Ich habe die halbe Nacht überlegt, wie ich den Entwicklungen in Amerika begegnen soll. Den ganzen Gottesdienst neu schreiben? Dann die Erleichterung heute morgen über die Entscheidungen der beiden Richterinnen in den USA. Ich habe mich dazu entschlossen, den Gottesdienst heute mit einer Erklärung zu beginnen. Es mag für manche pathetisch klingen, andere verstehen es vielleicht nicht. Aber wenn man an einem Morgen wie diesen den Auftrag hat, vor hundert Leuten zu sprechen, kann man doch nicht schweigen zu dem, was auf der anderen Seite des Teiches passiert, oder? Folgendes werde ich verlesen. Ist nicht alles von mir, das Gebet stammt teilweise aus der reformierten Liturgie. Und es ist als Steinbruch für andere gedacht: Vielleicht mag ja noch wer mitmachen.

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Liebe Gemeinde,

Wir sind heute hier, um Gottesdienst zu feiern.
Die Situation, in der ich diesen Gottesdienst vorbreitet habe, und die, die ich gestern vorfand, ist eine grundlegend andere.
Zum Glück ist sie heute morgen schon wieder grundlegend anders – zumindest vorerst.

Gestern hat der amerikanische Präsident einen Erlass unterschrieben, der Millionen Menschen willkürlich diskriminiert. Aufgrund ihrer Religion und ihrer Herkunft soll ihnen das Recht abgesprochen werden, im reichsten Land der Welt Unterschlupf zu finden. Unbescholtene Menschen dürfen nicht mehr einreisen, auch wenn sie eine gültige Einreiseerlaubnis haben.

70 Millionen Iraner werden pauschal zu potentiellen Terroristen erklärt, ebenso Menschen aus Irak, Libyen, Somalia, Sudan und dem Yemen.
Menschen aus Krisengebieten wird die Einreise verweigert – ein Schicksal, wie es übrigens auch Anne Frank erlebt hat.

Unbescholtene Menschen, ja eine ganze Religion wird unter einen gefährlichen Generalverdacht gestellt.

Was dort passiert, ist rassistisch, es ist ungerecht, willkürlich und Hass schürend.

Ich vermute, dass viele von Ihnen tief besorgt und bewegt sind von dem, was dort passiert. Ich bin es. Eine Entwicklung, die sich in dieser Schärfe die wenigsten hätten vorstellen können, vor allem in den USA, die doch auf ganz anderen Werten aufgebaut sind.

Gott sei Dank gibt es tausende Menschen, die dagegen auf die Straße gehen.
Gott sei Dank haben über 1400 Rabbiner gestern gegen diesen Beschluss Einspruch eingelegt.
Gott sei Dank predigen Pfarrerinnen und Pfarrer in den USA laut gegen diese unchristliche Politik.

Und Gott sei Dank gibt es zwei Richterinnen, die New Yorker Bundesrichterin Ann Donnelly und eine weitere Richterin in Virginia. Sie gaben der Klage von Menschenrechtsorganisationen statt und stoppten den Erlass – vorerst.

Ich weiß nicht, wie das weitergeht, aber es macht mir Angst.

Was ich weiß ist, dass wir als Christen hier nicht schweigen dürfen.

„Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.“
Levitikus 19,34

Viele von Ihnen haben das Leid der Vertreibung am eigenen Leibe erlebt. Teile meiner Familie auch.
Es ist unsere Pflicht, wachsam zu sein, aufzustehen, die Stimme zu erheben wo solch ungeahntes Unrecht zur Staatsraison zu werden droht.

Denn ich glaube nicht, dass sich Donald Trump von zwei Frauen seine Politik verbieten lässt.

Heute, in diesem Gottesdienst, wird es um das Gebet gehen. So war es vorgesehen und so wird es auch bleiben.

So wollen wir diesen bestürzenden Ereignissen nun begegnen. Wir wollen beten:

Gott des Himmels und der Erde,
du bist ein Gott, der die Gerechtigkeit liebt.
Hilf, dass wir, Ausländer und Deutsche,
in diesem Land die Wege zueinander finden;
dass wir die Vorurteile und Mauern zwischen uns überwinden und lernen, Unterschiede in unseren Lebensformen einander zuzugestehen.

Hilf, dass wir, Deutsche und Ausländer,
aufstehen und laut werden,
wo Vorurteile regieren und Mauern zwischen Menschen aufgebaut werden.
Wo Menschen Unterschiede in ihren Lebensformen einander aberkennen.

Herr, unser Gott, du liebst Gerechtigkeit und Frieden.
Lass uns Christen lernen,
Menschen anderen Glaubens mit Achtung zu begegnen und den Freiraum zu respektieren, den sie in unserem Land brauchen.

Gib uns Christen die Kraft,
Menschen anderen Glaubens zu unterstützen, wo ihnen Missachtung und Diskriminierung begegnen, wo ihnen statt Freiräume Mauern, Gefängnisse und die Rücksendung in Verfolgung und Tod begegnen.

Stärke uns, dass wir uns wehren können.
Stärke uns, dass wir solidarisch bleiben.
Stärke uns, dass wir uns nicht einfangen lassen von Hass und blindem Rassismus.

Herr, wir bitten dich um dein Erbarmen.

Amen